• Katharina Leitgeb

Feministische Spiritualität - eine Reise zum WIR

Aktualisiert: 10. Dez 2020


Einst gab es auf allen Kontinenten Kulturen, die auf politischer und sozialer Gleichheit basierten und in denen soziale Positionen und Besitz ausschließlich über die weibliche Linie von Müttern an Töchter weitergegeben wurden (matrilinear).

Frauen repräsentierten mit ihrer Fähigkeit, Kinder zu gebären, die „Große Göttin“, die Mutter allen Lebens. Die Menschen lebten in Sammlerkulturen, waren basisdemokratisch , sexuell recht entspannt und lösten Konflikte nicht mit Gewalt.

Doch dann kam das Patriarchat, „schnell und heftig, wie ein Unfall“ (zit. Matriarchatsforscherin Heike Göttner- Abendroth).


Lag es am Beginn von Herrschaftsanspruch und der damit verbundenen Machtausübung – jedenfalls waren die Selbstbestimmung und der Einfluss der Frauen dabei im Weg. Gleichzeitig mit ihnen wurde alles Sexuelle und die Erde selbst unterworfen, für niedrig und schmutzig erklärt.

Als mächtig galt nicht mehr, wer Leben empfangen, schenken und behüten konnte, sondern wer am meisten töten konnte.

Das Schwert hatte den Kelch abgelöst, der Thron der Königin blieb leer.


An dem Punkt, an dem der Respekt vor den weiblichen Aspekten verloren ging, haben wir die Entwicklungen in der Welt in eine allzu einseitige Richtung gelenkt, und das beschert uns heute Krisen in allen Bereichen des Lebens.


Seit den 1970er Jahren sind immer mehr Frauen immer drängender auf der Suche nach einem angemessenen Platz für das Weibliche in der Welt und in der Spiritualität. Es geht um die Würdigung des weiblichen Prinzips schlechthin, das Aufzeigen von patriarchalen Strukturen, Erniedrigungen , Einengungen, Vorgaben.


Wir Frauen sind auf der Reise, oft gemeinsam, zu eigenen, nicht patriarchal besetzten spirituellen Erfahrungen. Wir spüren dem Spirituellen in anderen Kulturen und Religionen nach, in Mythen, in esoterischen Praktiken, in Riten, die uns mit der Natur verbinden... die GÖTTIN ist dafür ein Symbol, um die Göttlichkeit im Weiblichen wieder zu inthronisieren. So gehen wir den Weg von Altem zu Neuem und umgekehrt, experimentieren, graben tiefer und kommen uns und den verschütteten Aspekten unserer Weiblichkeit näher.


Es ist Zeit, dass das Göttlich Weibliche wieder den Platz an der Seite des Göttlich Männlichen einnimmt. Dass Königin und König auf dem Thron sitzen und regieren, im Einklang, in Liebe, im Dienste des Lebens.


Denn wenn das Neue, das jetzt, in dieser Zeit des Wandels auf uns wartet, gelingen soll, dann geht es nur Seite an Seite. Es ist Zeit. Next Level.


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