• Katharina Leitgeb

Keine Lust

Ich habe keine Lust. Keine Lust auf zweckdienliche Tätigkeiten. Keine Lust, etwas Sinnvolles, Nützliches, Ergebnisorientiertes anzugehen. Keine Lust, Pflichterfüllerin zu sein. Ich schiebe auf und vor mich her. Ich mag nicht ständig produktiv sein.

Unangenehmes zuerst erledigen? Pah. Ich erledige gar nichts, sonst bin ich erledigt.


Die innere Stimme mahnt: Du bist faul! Die Augen weisen vorwurfsvoll darauf hin, was im Umfeld alles verschönert, aufgeräumt, geputzt werden soll. Der Geist versucht zu überreden: Dann lies wenigstens etwas, bilde dich weiter, arbeite an dir! Meditiere zumindest! Tu was für den Körper, beweg dich!


Ich habe keine Lust.


Die Augen mach ich zu, dann seh ich die Arbeit nicht. Der inneren Stimme schenke ich kein Ohr. Mit dem Geist ist es schwieriger, der sucht ständig nach Beschäftigung. Also zähle ich halt Grashalme, bis es selbst dem Geist zu blöd wird und er kapituliert. So vergeht die Zeit.


Was machst du? – Nichts. Ist das nicht langweilig, nichts tun? – Nein. Versuch’s mal!

Also mir ist das zu langweilig. Ich mag Räder schlagen. – Das ist doch mal ein Anfang.

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