• Katharina Leitgeb

Juli

Das Tor des Juli hat uns empfangen. Heiß, kalt, unberechenbar. Erholung? Ist nicht in Sicht. Anstrengend ist sie, diese Zeit. Man wurschtelt herum. Man kann sich auf nichts verlassen. Man weiß nicht, wie die nächsten Monate, Jahre werden. Man ist unsicher, wem und was man glauben soll. Lächelnd versucht man, so zu tun, als ob alles weitgehend normal wäre. Doch normal gibt es nicht mehr, die alten Konzepte funktionieren nicht länger, das Geländer, an dem man sich festhalten konnte, ist weggebrochen.


Trans- FORM- ation bedeutet, dass sich eine Form durch einen Prozess grundlegend auflöst und neu bildet. Transformation ist ein kreativer Prozess, das Ergebnis ist nicht planbar, das Ziel nicht von vornherein festgelegt. Das erklärt, warum diese Zeit so herausfordernd ist. Transformationsprozesse lassen sich nicht kontrollieren. Beim Versuch, das Virus zu kontrollieren, sind unkontrollierbare Prozesse in Gesellschaft und Wirtschaft entstanden. Es gibt niemanden, keine Regierung, keine Experten, die alles im Griff haben. Die alte Wachstums-und Konsumlogik jedenfalls hat ausgedient, das dürfte mittlerweile immer mehr Menschen klar werden – doch wie geht es –lebensdienlich- weiter?


Hin- GABE und Ver-TRAUEN sind gefordert: Die eigenen Gaben erkennen und benutzen und sich dem Leben anvertrauen. Sich trauen, einfach loszugehen, sich den Aufgaben stellen, ohne eine Garantie dafür zu haben, dass am Ende alles „gut“ wird.

Den eigenen Weg gehen, auch wenn der ausgetretene Pfad Sicherheit und Komfort zu versprechen scheint.


Der JULI nun ruft uns auf, zu wachsen und uns zu entfalten, die eigene Macht anzunehmen und das Leben aktiv zu gestalten. Es ist Zeit, erwachsen zu werden. Sich zu zentrieren, die eigene Ausrichtung zu erkennen, die Aufgabe im Gesamtgefüge einzunehmen. Verbündete suchen, Netzwerke knüpfen, Kommunikation sind weitere Themen in diesem Monat. In Kontakt bleiben mit allem, was uns umgibt.



Und wenn wir dann lauschen, wenn wir plötzlich unser Eingebunden- Sein in das Große Ganze spüren, wenn wir bereit sind, unsere ganz eigenen Fußspuren zu hinterlassen, dann kann es immer weniger schmerzhaft werden, sich inmitten dieses Transformationsprozesses mit zu transformieren.

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