• Katharina Leitgeb

Happy Lockdown...?

Happy Lockdown!“ hat man mir heute gewünscht, halb sarkastisch, halb resignativ. Da sind wir jetzt also. Rückzug in die Höhle, bis der Tod draußen vorbeigewandert ist und einen auch dieses Mal hoffentlich übersehen hat. Anders als im Frühjahr merkt man einen gewissen Gewöhnungseffekt. Die große Aufregung bleibt aus, man hat es ohnehin schon seit Wochen kommen gesehen.

Ja, da ist Vieles, über das man sich aufregen kann, was wütend macht und hilflos und traurig. Aber die Frage ist: Worauf richte ich meine Energie? Bin ich ständig GEGEN etwas, REAGIERE ich permanent auf Reize von Außen, oder nutze ich die Gelegenheit, mich darum zu kümmern, wie es denn in mir drinnen ausschaut? Den Fernseher aus- und das Smartphone wegzustecken und mit den Zeitungen ein lustiges Kaminfeuer anzuzünden kann da ein guter Anfang sein.

Statt den Fokus auf den Widerstand zu legen, hinspüren: Wo stehe ich gerade in meinem Leben? Welche alten Strukturen zerbröseln, was will beendet werden, was kostet unnötig Kraft?

WOFÜR bin ich, und wie lässt sich das in meinem Leben am besten realisieren? Wenn wir nur darauf warten, dass „die Krise“ vorbei ist und es wieder halbwegs „normal“ wird, verpassen wir etwas Unwiederbringliches: das Jetzt. Jetzt kann ein guter Moment sein, mit Altem abzuschließen, Versäumtes nachzuholen, Neues zu kreieren.

Weil, JETZT ist alles, was wir in diesem Moment haben.

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