• Katharina Leitgeb

Katharina - Tag

Heute ist mein Namenstag. Katharina. Ich mag meinen Namen. Die Römer leiteten Katharina vom griechischen Wort „katharos" ab, was mit „rein“ übersetzt wird - demnach ist die Bedeutung des Namens „die Reine“. Auch die Herleitung von „Hekate“ – der griechischen Göttin der Magie – gilt als mögliche Quelle für den Ursprung des Namens, ebenso wie die Abwandlung des armenischen Wortes "gadar" = Gipfelpunkt.


In Irland würde man mich Caitlin rufen, in Ungarn Katinka, in Tschechien Katka, auf Hawaii Kalena und in Spanien Catalina.


Die Heilige Katharina von Alexandrien, der heute gedacht wird, ist eine der bekanntesten Heiligen. Um sie rankt sich eine grausige Märtyergeschichte, sie wurde wegen ihres Glaubens brutal gefoltert und auf ein mit spitzen Nägeln gesäumtes Rad gebunden. Auf Katharinas Gebet hin kam jedoch ein Engel und zerstörte das Folterinstrument, woraufhin Katharina letztendlich enthauptet wurde, und aus ihren Wunden Milch statt Blut floss…. Wer hat sich bloß solche Schauerschichten ausgedacht….


Nachdem überliefert ist, wie lange und intensiv die Gestalt der Heiligen Katharina schon verehrt wird, lässt das darauf schließen, dass dieser Figur eine viel ältere, vorchristliche Verkörperung der großen Göttin zugrunde liegt.

In der christlich- katholischen Tradition kennt man die drei Madeln Katharina, Barbara und Margaretha als Nothelferinnen: „Margaretha mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl.“ Sie gehen zurück auf die „Drei Bethen“, die der Dreigestalt der keltisch- alpenländischen Muttergöttinnen entsprechen - Wilbeth, Ambeth und Borbeth.


Wilbeth (Katharina) steht für das Licht und die Weisheit, sie stellt die Göttin in ihrer jungfräulichen, weißen Gestalt dar und symbolisiert die Aufbruchskraft- Ihre Energie ist daher hilfreich bei jedem Neuanfang.

Das Symbol von Wilbeth ist das Rad, das sich im Lebensrad, im Sonnenrad, im Rad der Jahreszeiten und natürlich im symbolträchtigen Spinnrad (zum Spinnen der menschlichen Schicksalsfäden) ausdrückt. (Auffallend ist die sprachliche Verwandtschaft zwischen Wilbeth und dem englischen Wort „wheel“!)


Die Menschen feierten das Fest der Göttin Wilbeth zur Zeit der Wintersonnenwende (21.12.), wo ja tatsächlich das Licht aus der Dunkelheit „geboren“ wird. Da dieses Fest zu Ehren einer alten Muttergöttin so magisch und kräftig war und aus der Tradition im Laufe des Jahresrades nicht wegzudenken war, mussten sich die Christen etwas einfallen lassen. Aus der heidnischen Wilbeth wurde Katharina, die Helle, die Weiße, die Reine, mit dem ihr zugeordneten Symbol des Rades, das nun als Folterinstrument dienen musste.

Und man verlegte einfach die Geburt Jesu auf diese Zeit und nannte es Weihnachten- nach den biblischen Quellen wurde Jesus nämlich sicher nicht im Dezember geboren. So ist das, was heute als Weihnachtsfest bekannt ist und gefeiert wird, das Julfest zu Ehren von Wilbeth, der Jul-Beth, die damit das eigentliche „Christkind“ ist.