• Katharina Leitgeb

Leere

Miriam ist 37 und lebt das Leben, das sie immer wollte. Hat einen liebevollen Partner, zwei gesunde, fröhliche Kinder, ein schönes Haus. Sie liebt ihre Familie, gibt alles, damit es allen gut geht.


Sie schläft regelmäßig zu wenig, räumt bis Mitternacht die Küche auf, versorgt ihren alleinstehenden Vater. Sie fährt in die Arbeit, holt die Kinder von der Schule und bringt sie zum Training.

STÄNDIG GLAUBT SIE, IMMER NOCH MEHR LEISTEN ZU MÜSSEN.

Sie kontrolliert Englischaufsätze, kauft ein, organisiert Familienfeiern und Fahrgemeinschaften zu Sportwettkämpfen.

Sie ignoriert ihre Rückenschmerzen, die Lustlosigkeit, das Herzstolpern. Sie ist sich nicht mehr sicher, ob sie ihren Mann noch liebt. Die körperliche Liebe berührt ihr Herz nicht.


SIE SOLLTE GLÜCKLICH SEIN, ABER SIE HAT VERGESSEN, WIE GLÜCK SICH ANFÜHLT. Sie hat sogar vergessen, wie sich Schmerz und Trauer anfühlen.

Sie legt die Wäsche zusammen, räumt den Geschirrspüler aus, schlichtet den Geschwisterstreit. Sie fühlt sich undankbar.

SIE HAT ALLES, UND DOCH GIBT ES IHR NICHTS.

Sie ist leer. Irgendwo am Weg hat sie sich verloren, ist alles aus ihr herausgeflossen. Sie ist nur noch fremdbestimmt, Befehlsempfängerin, ständig verfügbar, ein Selbstbedienungslokal, offen für alle.


SIE LEBT SO, WIE ES IHRE GROSSMUTTER UND MUTTER VORGEZEIGT HABEN: die eigenen Bedürfnisse unterordnend, das Wohl der Kinder und des Mannes stets über das eigene stellend.


EIN FRAUENLEBEN MUSS SO SEIN? Ist das wahre Weiblichkeit, sich für andere aufzuopfern?


Nein. In Wahrheit hungert der weibliche Anteil, denn es gibt keine innere Verbindung mehr zum Kern.


ES IST MANCHMAL WIRKLICH ERSCHRECKEND, WIE HART UND VERBISSEN FRAUEN IM UMGANG MIT SICH SELBST SIND.

Sie unterdrücken ihre Gefühle, stellen den Verstand und das Leistungsprinzip an oberste Stelle und versuchen, mit dem Konsumieren von Luxusartikeln, zahlreichen Seminaren oder oberflächlichen Freundschaften die Leere zu füllen.


Wenn du (wieder) in Kontakt mit deiner Weiblichkeit kommen möchtest, dann übe, dich selbst wieder zu fühlen. Geh in die Stille. Halte dich selbst aus, tauch ein in dein inneres Universum. Richte dich nach Innen, nicht nach Außen aus. Öffne dich deiner Kreativität – schreibe, male, gestalte.


VERABSCHIEDE DICH VOM GEDANKEN, DIR DURCH LEISTUNG ETWAS VERDIENEN ZU MÜSSEN und erlaube dir, dich zurückzuziehen. Umgib dich mit Frauen, in einem Raum, wo ihr euch wirklich von Herz zu Herz begegnet, ohne Konkurrenz, ohne Vergleiche.


DER WEIBLICHE WEG IST EIN WEG DES FÜHLENS. Schritt für Schritt kommst du so in Kontakt mit deiner weiblichen Essenz. Höre den Ruf deiner inneren Frau und hör auf, dich anzustrengen. Weil du es dir wert bist. ;))

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